Golf&Natur
 

Golf&Natur
Gold Zertifizierung

Golf und Natur sind untrennbar miteinander verbunden – nicht nur, weil ein Golfplatz im Freien liegt, sondern weil das Spiel selbst von natürlichen Gegebenheiten lebt. Die Natur ist nicht bloß Kulisse, sondern aktiver Mitgestalter jedes Schlages und jedes Spielerlebnisses.

Unser Golfplatz entstand vor gut 40 Jahren aus einer vorhandenen Kultur-Landschaft und integriert sich bis heute harmonisch in sie. Hügel, Täler, Obstbäume, Sträucher, Wasserläufe und Windverhältnisse formen das Layout und bestimmen den Charakter einer jeden Bahn. Genau diese natürlichen Elemente machen jede Anlage einzigartig. Kein Platz der Welt gleicht dem anderen, weil keine Landschaft identisch ist.

So wie die Natur den Golferinnen und Golfern ein großartiges und erholsames Umfeld bietet, fordert sie das Spiel auch heraus. Ein Gegenwind verändert die Ballflugkurve, ein unebenes Fairway verlangt Präzision, ein Bunker oder Wasserhindernis sorgt für strategisches Denken. So entsteht ein direkter Dialog zwischen Mensch und Umwelt.

Doch vor allem nimmt die Natur auf dem Golfplatz auch eine wichtige ökologische Rolle ein. Unsere gut gepflegte Golfanlage bietet wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere – von Insektenwiesen über Feuchtbiotope bis zu alten Baumbeständen. Daher engagieren wir uns ganz bewusst für Biodiversität und nachhaltiges Platzmanagement.

Zusammengefasst: Golf wäre ohne die Natur nicht dasselbe. Sie bestimmt den Charakter des Spiels, beeinflusst die sportliche Herausforderung und schenkt gleichzeitig Ruhe, Entspannung und eine besondere Nähe zur Umwelt. Golf ist ein Sport, der nicht gegen, sondern mit der Natur lebt.

Daher versteht es sich auch von selbst, dass sich der Golf-Club Darmstadt Traisa auch an dem Zertifizierungsprogramm des Deutschen Golfverbands Golf&Natur beteiligt und bereits in 2023 die höchste Stufe dieses Programms, die Gold Zertifizierung erreicht hat. 

Unsere Naturelemente 

Bestandsaufnahme

Ökologischer Bestandsplan

Der ökologische Bestandsplan des GC Darmstadt Traisa informiert über die Naturräume und Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Platzes. Der Plan besteht aus einer Platzübersicht, Legende mit Erläuterungen und Bildern der verschiedenen Naturflächen. Er hilft bei der Planung von neuen Maßnahmen und dokumentiert umgesetzte Projekte.

 

Bienenstöcke

Seit 2013 gibt es auf dem Golfplatz Bienenstöcke. Neben der Herstellung von Honig tragen die Bienen zudem zur Bestäubung der meisten Pflanzen bei. Und die „Früchte“ dieser so wichtigen Ökosystemleistung lassen sich wortwörtlich jeden Herbst auf den Streuobstwiesen des Golfplatzes in Form von Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Mirabellen pflücken!

Es ist Ende Februar und einige warme Tage mit Temperaturen über 15 Grad erwecken die vier Bienenstöcke am Golfplatz das erste Mal im Jahr zum Leben. „Die Winterbienen haben die kalte Jahreszeit gut überstanden und sammeln nun schon Pollen und Nektar“, erzählt Leena Grandell, deren Bienen seit 2020 auf dem Gelände des Golfclubs Darmstadt Traisa stehen. Die Kärntner Biene (Apis mellifera carnica), auch einfach Carnica genannt, ist die am weitesten verbreitete Honigbiene in Deutschland. Sie gilt als sehr umgangsfreundlich und gibt viel Honig, was sie zu einem guten Kompromiss zwischen Handhabung und Ertrag für Imker macht. Neben der Herstellung von Honig tragen Bienen zudem zur Bestäubung der allermeisten Wild- und Nahrungspflanzen bei. Und die „Früchte“ dieser so wichtigen Ökosystemleistung lassen sich wortwörtlich jeden Herbst auf den Streuobstwiesen des Golfplatzes in Form von Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Mirabellen pflücken! 

Auch aus ihrem Garten berichtet Leena Grandell ähnliches, nachdem sie 2015 ihren langjährigen Wunsch erfüllte und sich ihre ersten Bienen zulegte: „Es hat einen alten Kirschbaum in meinem Garten gegeben, der hat üppig geblüht, aber trotzdem haben wir nur eine Handvoll Kirschen ernten können. Seit ich die Bienen im Garten habe, ernte ich eimerweise Kirschen und auch die Nachbarn merken einen großen Unterschied“. Wahrscheinlich sind es auch Erfahrungen wie diese, die die Bienenhaltung als Hobby in den letzten Jahren sehr beliebt gemacht hat. Doch es bedarf dafür auch einiges an Zeit, Wissen und Geschick, um ein Bienenvolk gesund zu halten. Um neuen Imkern eine Unterstützung zu bieten, stellte der Imkerverein Mühltal Leena Grandell beispielsweise einen „Imkervater“ zur Seite, von dem sie alles Wichtige lernte, um selber erfolgreich imkern zu können. Den selbst hergestellten Honig, der sehr zu empfehlen ist, kann direkt bei ihr erstanden werden: Leena Grandell, Bernhardtstr. 15, 64367 Mühltal-Traisa, 06151-6017983 oder 01573-4791947. 

Was es im Laufe des Jahres bei der Bienenhaltung zu beachten gibt, erklärt Leena Grandell während eines Treffen an den Bienenstöcken auf dem Golfplatz:

Um das Bienenvolk über den Winter am Leben zu halten, bilden die etwa sechs Monate lang lebenden Winterbienen einen Ball aus ihren Körpern, sodass möglichst viel Wärme erhalten bleibt. Wenn es im Frühjahr wärmer wird, machen die Bienen dann ihre ersten Flüge des Jahres, wobei sie den Schmutz, der sich im Bienenstock über den Winter angesammelt hat, hinausbringen. In dieser Zeit beginnt zudem die Bienenkönigin zu brüten. Das Heranziehen der Larven, aus denen die erste Generation der Sommerbienen heranwächst, ist die letzte Aufgabe der Winterbienen. Sie werden mit den eiweißhaltigen Pollen von Frühblühern gefüttert, während sich ausgewachsene Bienen von Blütennektar ernähren. Die Sommerbienen sind im Gegensatz zu den Winterbienen deutlich aktiver und leben deshalb nur 6 bis 8 Wochen. Über das Jahr verteilt gibt es mindestens vier Generationen von Sommerbienen. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, Nektar zu sammeln und in den Bienenstock zu bringen, diesen sauber zu halten, Larven aufzuziehen und das Bienenvolk zu bewachen. "Wenn die Obstblüte im Frühling so richtig üppig anfängt, setze ich die Honigräume auf, denn das ist die Zeit, wo richtig viel Nektar eingetragen wird", erklärt Leena Grandell. Die Honigräume befinden sich oberhalb der Bruträume eines Bienenstocks und werden von den Bienen mit Waben und Nektar gefüllt. Zum Ende der Obstblüte im Mai oder Juni werden die Honigwaben das erste Mal geschleudert. Die Frühjahrsernte ist die Haupternte des Jahres und zeichnet sich durch einen hohen Glucoseanteil aus, der kristallisiert und einen festen, sehr cremigen Honig ergibt. Der Sommerhonig hingegen ist viel flüssiger. Gegen Ende des Frühlings vermehren sich die Bienen sehr stark, weshalb dies auch die Zeit ist, um Ableger zu bilden, die die Basis für neue Bienenvölker darstellen.

Ende Juli steht dann die zweite Honigernte für die Imker an. Obwohl für uns Menschen in dieser Zeit der Sommer erst so richtig beginnt, werden die Bienenstöcke ab August für den Winter vorbereitet. Vor allem werden die Bienen jetzt gegen Varroamilben behandelt, denn der Biss der Milben überträgt Viren in das Blut der Bienen. Zudem steht die Winterfütterung der Bienen mit Zuckerlösung an, um den geernteten Honig zu kompensieren. Die ersten kühlen Tage im Herbst beenden dann die Aktivität der Bienen und ihre Winterruhe beginnt.

 

Vogelnistkästen

Die Vogelnistkästen auf dem Golfplatz richten sich an Vogelarten wie den Feldsperling, Kleiber, Gartenrotschwanz, Trauerfliegenschnäpper und an alle Meisenarten. Zudem wurden in Kooperation mit dem NABU Nistkästen für den Wiedehopf aufgestellt, der durch die Intensivierung der Landwirtschaft gefährdet ist.

 

Im Frühling dieses Jahres (Mai 2021) wurden 10 neue Vogelnistkästen auf dem Golfplatz aufgehängt. Diese Aktion im Rahmen von „Golf & Natur“ wird von Karl-Heinz Waffenschmidt, Vorsitzender der NABU Gruppe Nieder-Ramstadt, begleitet. Er unterstütze die Greenkeeper mit seinem Fachwissen beim Aufhängen der Kästen und berät sie auch in Zukunft. Die aufgehängten Vogelnistkästen richten sich an unterschiedliche Vogelarten wie den Feldsperling, Kleiber, Gartenrotschwanz, Trauerfliegenschnäpper und an alle Meisenarten. Neben ihrem schönen Gesang von Frühling bis Herbst erfüllen diese Vogelarten auch wichtige Ökosystemleistungen: Sie sind außerordentlich effektive biologische Schädlingsbekämpfer und tragen zu einer Balance im Ökosystem bei. So wurden die meisten Kästen in den Apfelbäumen des Golfplatzes aufgehängt, sodass die Vögel die Raupen ablesen und fressen oder an ihre Jungen verfüttert können. Meisen können sogar die Raupen des Eichenprozessionsspinner fressen und sind somit wichtiger Teil der Bekämpfungsstrategie. 

Die Kästen haben ein Einflugloch mit einem Durchmesser von 32 mm und sind in einer Höhe von 1, 5 bis 2 Meter aufgehängt. In dieser Höhe sind Vögel natürlicherweise bei der Suche nach Nahrungen in Hecken oder Waldsäumen unterwegs. Zudem wurden die Kästen mit dem Einflugloch  nach Osten oder Südosten ausgerichtet, um nicht der Wetterseite (Westen) oder der prallen Sonne im Süden ausgesetzt zu sein. Standorte etwas abseits der Wege und Spielbahnen begünstigen das baldige Nisten von Vögeln in den Kästen. 

Ab dem 1. Oktober ist die Schonzeit „Setz und Brutzeit“ zu Ende und die Kästen werden abgehängt und gereinigt. Dabei werden die Brutnester herausgenommen und entsorgt. Die Belegung der nummerierten Brutkästen wird in einer fortlaufenden Statistik dokumentiert. Diese hilft dabei, die Funktionalität der Brutkästen und die Entwicklung der Vogelpopulation einzuschätzen und bei regelmäßiger Belegung z.B. mehr Kästen aufhängen zu können. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass jede Vogelart sein eigenes Revier hat und zur Brutzeit verteidigt. Die leeren Kästen habe auch im Winter eine wichtige Funktion, denn sie dienen nicht nur Vögeln, sondern auch kleinen Säugetieren und Insekten als Unterschlupf in der kalten Jahreszeit.

Feuchtbiotop

Das gesetzlich geschützte Biotop mit Schilf und Seggenried in der Mitte des Golfplatzes dient über 100 Pflanzenarten als Lebensraum. Das Biotop bietet außerdem Schutz und Lebensraum für Feldhasen und Füchse, Frösche, Kröten, Ringelnattern, Libellen, Fledermäuse und besonders für drei auf der roten Liste Hessens stehenden Heuschreckenarten.

 

Lesesteinhaufen

Der Lesesteinhaufen auf dem Golfplatz dient Eidechsen, Nattern, Spinnen, Käfer und vielen anderen Arten als Unterschlupf, Brutstätte und Ort zum Überwintern. Zudem wird er von Pflanzen wie dem Storchschnabel (Geranium) besiedelt, der eine wichtige Nahrungsquelle für den seltenen Storchschnabel-Bläuling Tagfalter ist.

 

Von den Abschlägen auf dem sechsten Loch des Golfplatzes lässt sich der wunderbare Panoramablick über die Landschaft des Odenwaldes genießen. Aufgrund der Hanglage werden die Abschläge von Sandsteinmauern gestützt, deren Fugen Rückzugsorte für verschiedene Tier- und Pflanzenarten bieten. Die Mauern sind nach Südwesten ausgerichtet, weshalb sie einen sehr sonnigen, warmen und trockenen Lebensraum darstellen. Zusätzlich dazu wurde hier 2021 zwischen Damen- und Herrenabschlag ein Lesesteinhaufen angelegt.

Lesesteinhaufen sind ursprünglich ein Ergebnis der landwirtschaftlichen Nutzung unserer Böden. Alle Böden in Deutschland weisen Steine in unterschiedlichster Größe und Form auf, die durch Pflügen und Bodenerosion zum Vorschein kommen. Steine auf den Äckern erschweren deren Bearbeitung und können landwirtschaftliches Gerät beschädigen, weshalb sie regelmäßig von den Landwirten aufgelesen und am Rande des Feldes abgelegt werden. Auf diese Weise entstanden seit Jahrhunderten Lesesteinhaufen oder ganze Lesesteinwälle entlang von Feldern, die als besonderer Lebensraum für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten dienen. Aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft ging jedoch die Strukturvielfalt der Agrarlandschaft in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Der Erhalt und das Neuanlegen von Lesesteinhaufen ist deshalb ein wichtiger Beitrag, um Rückzugsräume für gefährdete Arten zu bewahren.

Die Sandsteinmauern und der Lesesteinhaufen auf dem Golfplatz dienen als Brutstätten und Unterschlupf für Eidechsen, Nattern, Spinnen, Käfer und vielen anderen Arten. Vor allem wechselwarme Reptilien sind auf sonnige, warme Standorte angewiesen mit Steinen, die die Wärme des Tages bis in die Nacht hinein speichern. Zudem fungieren solche Steinstrukturen als Trittsteinbiotope für Arten auf ihrem Weg durch die Landschaft. Lesesteinhaufen ermöglichen zudem das Überwintern von Tieren in den trockenen und frostfreien Hohlräumen und Fugen. Marienkäfer beispielsweise, die eine wichtige Rolle zur Populationsregulierung von Blattläusen und Mehltau haben, sind angewiesen auf solche Rückzugsräume in der kalten Jahreszeit. Auch die Schlingnatter, eine harmlose und ungiftige Schlange, nutzt die Hohlräume von Lesesteinhaufen während ihrer Winterstarre genauso wie die streng geschützte Zauneidechse. 

Seit der Anlage des Lesesteinhaufens besiedeln auch unterschiedliche Pflanzenarten diesen trockenen, nährstoffarmen Standort wie beispielsweise der Storchschnabel (Geranium). Er ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten und Lebensgrundlage für Tagfalter wie den Storchschnabel-Bläuling.

Speicherteich

Das Regen-Rückhaltebecken auf dem Golfplatz wurde 2014 angelegt und ermöglicht eine ressourcenschonende Bewässerung des Platzes in Trockenperioden. Zudem bietet der Teich Lebensraum und Rückzugsort für Tiere und Pflanzen und wird in Kürze in Kooperation mit dem NABU durch eine Schwimminsel für Enten und Rallen aufgewertet.

 

Gewässer

Die Fließ- und Stillgewässer auf dem Golfplatz sind Lebensraum für Pflanzen, Wasserquelle und Brutplatz für Tiere und dienen als lineare Korridore oder Trittsteinbiotope zur Ausbreitung und Vernetzung von Flora und Fauna. Mit Pflanzen bewachsenen Saumbereiche schützen als "Pufferzonen" diese sich kontinuierlich verändernden, sensiblen Ökosysteme vor externen Einflüssen.

Baumbestand

Der heterogene Baumbestand bildet das optische Grundgerüst des Golfplatzes und dient Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren als Lebensraum und Nahrungsquelle. Zudem spenden Bäume Schatten, kühlen ihre Umgebung durch Transpiration und verhindern mit ihren Wurzeln Bodenerosion. Die Streuobstwiesen auf dem Golfplatz sind zudem wichtige Bestandteile der historischen Kulturlandschaft.

Bäume bilden das heterogene Grundgerüst des Golfplatzes und prägen diesen in besonderer Weise. Denn der Baumbestand auf dem Golfplatz in Traisa ist außerordentlich vielfältig: Hochgewachsene Buchenwaldbestände säumen die vorderen Spielbahnen, die Streuobstwiesen in der Mitte des Platzes sind artenreiche und wichtige Bestandteile der historischen Kulturlandschaft und langgezogene Baumhecken strukturieren den Golfplatz und seine Spielbahnen. Einige Baumexemplare stechen besonders heraus, wie beispielsweise der mächtige Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) an Grün 9, die rotleuchtende Purpurbuche (Fagus sylvatica f. purpurea) am linken 3er-Fairwayrand oder die vielen Baumspenden, die entsprechend mit Plaketten markiert sind. Um die Übersicht zu behalten, sind alle Bäume des Golfplatzes in einem Baumkataster aufgelistet.

Wenn sich die Jahreszeiten ändern, sind es vor allem die Bäume, die dies mit ihrem sich verändernden Laub widerspiegeln und im Herbst dazu einladen, Streuobst zu sammeln. So bilden Bäume die Kulisse jeder Golfrunde, dienen als Orientierung, zur Abschätzung von Entfernungen und als Hindernisse, die nach einem Fehlschlag umspielt werden müssen.

Die ökologische Bedeutung von Bäumen ist enorm: Sie dienen Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren als Lebensraum und Nahrungsquelle. Zudem spenden Bäume Schatten im Sommer, kühlen ihre Umgebung durch Transpiration und verhindern mit ihren Wurzeln Bodenerosion. Um die Gesundheit der Bäume zu gewährleisten, werden diese jährlich kontrolliert und, wenn nötig, geschnitten bzw. von Totholz befreit. Besondere Maßnahmen wie der „Mähkranz, also das Stehenlassen eines Grasringes um den Baumstamm, verhindern Beschädigungen des Stammes durch Mäharbeiten und die Verdichtung des Bodens im Wurzelraum.

 

Hecken

Die Heckenstrukturen auf dem Golfplatz dienen Vögeln, Insekten und Säugetieren als Nahrungsquelle, Lebensraum und schützenden Korridor auf ihrem Weg durch die Landschaft. Im Zuge regelmäßiger Pflegemaßnahmen werden die Hecken geschnitten und damit verjüngt. Auf diese Weise trägt der Golfplatz zum Erhalt dieser Bestandteile der historischen Kulturlandschaft bei.

Extensivwiesen

Auf dem Golfplatz wird nur ein Teil der Fläche für das aktive Spiel benötigt, sodass neben den Spielbahnen Raum für ein vielfältiges Mosaik aus Blumenwiesen besteht. Diese werden extensiv bewirtschaftet, also nur zwei Mal im Jahr gemäht. So können sich blütenreiche Magerwiesen entwickeln, die für Insekten und Kleinsäugern wertvolle Lebensräume und Wanderkorridore darstellen.

Abseits der Spielbahnen finden sich auf dem Golfplatz in Traisa beachtliche Flächen, die nicht für das Golfspiel genutzt werden und sich deshalb weitgehend ungestört entwickeln können. Denn nur etwa ein Drittel des Golfplatzes besteht aus intensiv bespielten Bereichen wie Abschlägen, Fairways, Grüns und Sandbunkern. Die anderen zwei Drittel zeichnen sich durch regelmäßig gepflegte Roughflächen entlang der Fairways aus sowie durch Naturflächen wie Hecken, Gebüsche mit Baumbestand, das Schilfbiotop und Gewässer.

Zu diesen Naturflächen, die wertvolle Lebensräume für die heimische Flora und Fauna bieten, zählen auch die vielfältigen Extensivwiesen auf dem Platz (siehe Ökologischer Bestandsplan). Diese ausgewählten Bereiche auf dem Golfplatz werden nur zwei Mal im Jahr gemäht, also extensiv bewirtschaftet. So können sich blütenreiche Magerwiesen entwickeln, die eine Vielzahl an Blumen, Gräsern und Kräutern beherbergen und Insekten und Kleinsäuger anlocken. Dass diese Flächen durch die angepasste Pflege „ausgemagert“ werden, ihnen also Nährstoffe entzogen werden, scheint auf den ersten Blick kontraproduktiv. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Aufgrund der intensiven Landwirtschaft und Überdüngung der Böden sind Magerwiesen in Deutschland in den letzten 100 Jahren immer seltener geworden. Denn diese profitieren von mageren Böden, da die begrenzte Verfügbarkeit von Nährstoffen verhindert, dass wenige konkurrenzstarke Arten die Wiese dominieren. Auf diese Weise finden hier auch viele konkurrenzschwache und gefährdete Arten ihren Lebensraum. 

Aber auch aus Sicht des Golfsports sind Magerwiesen attraktiv. So sehen diese nicht nur ästhetisch aus aufgrund ihrer hohen Wuchsform und dem Blütenreichtum, der in Kontrast zu den regelmäßig gemähten Spielflächen steht. Auch lässt sich der Golfball hier viel eher finden als in dichten Fettwiesen, da Magerwiesen einen deutlich lichteren und offeneren Habitus haben.

Auf dem Golfplatz in Traisa gibt es unterschiedliche Arten und Stadien von Extensivwiesen. Dazu zählen Magerwiesen, die seit 2009 gezielt gepflegt und entwickelt werden wie die Fläche vor und zwischen den Abschlägen an Loch 6. Auch an Loch 4, Loch 5 links des Herrenabschlags, hinter Grün 8 und rund um die Spielbahn 9 finden sich solche Bereiche. 

Zudem legte der Golfclub 2021 an Spielbahn 7 zwischen Herrenabschlag und Schilf sowie zwischen Bahn 7 und 9 zwei weitere Magerwiesen an. Dafür wurden 15 cm nährstoffreicher Oberboden abgetragen und mit Natursteinschotter und Sand aufgefüllt. Eingesät wurden die Bereiche mit ortstypischen Wildblumen und Wildgräsern, hergestellt von der Firma Rieger-Hofmann in der Region. Zudem verwendete der Golfclub Saatgut für eine bienenfreundliche Blumenmischung des Imkervereins Mühltal. Das Ziel ist es, dass sich die Pflanzen aus den eingesäten Bereichen über die Zeit in der ganzen Fläche ausbreiten. Die neuste Magerwiese entstand 2022, als ein Teil der Formhecke an Loch 4 gerodet und durch Blumen- und Gräsereinsaat ersetzt wurde.

Aber es gibt auch Standorte auf dem Golfplatz, die nicht die entsprechenden Voraussetzungen für eine Magerwiese haben. Dazu zählen vor allem feuchte Bereiche am Waldrand sowie Gebiete rund um Gewässer und dem Feuchtbiotop. Hier liegt das Augenmerk nicht auf der Ausmagerung der Flächen, sondern auf der Förderung von standorttypischen Pflanzen und der Unterbindung von invasiven Arten. 

Einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Naturflächen auf dem Golfclub Darmstadt-Traisa bietet der Ökologische Bestandsplan.

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