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Liebe Mitglieder und Gäste des GCDT,


seit Anfang des Jahres ist unser Platz leider gesperrt. Die anfängliche Sperrung erfolgte aufgrund von Schnee und Frost – was selbsterklärend war und keine weitere Ausführung benötigt.
In den letzten Tagen (Wochen) ist der Platz aufgrund anhaltender Niederschläge gesperrt. Dazu würde ich gerne ein paar erklärende Sätze schreiben, denn auch in der Hauptsaison regnet es manchmal mehrere Tage am Stück und der Platz ist nicht gesperrt – zumal gerade in den letzten Tagen die Temperaturen sehr mild waren...
Vorab: wir bewerten den Platz-Zustand jeden Wochentag aufs Neue und entscheiden dann, ob wir ihn sperren oder öffnen.
 
Der Boden besteht aus Grob-, Mittel-, und Feinporen. Grob-Poren sorgen für die Luft im Boden, Mittel-Poren sind mit pflanzenverfügbarem Wasser und Fein-Poren mit Haftwasser, das nicht pflanzenverfügbar ist, gefüllt. Regnet es wie aktuell, sind alle Poren mit Wasser gefüllt. Das ist ersichtlich, da Wasser auf der Fläche steht oder aber der Boden beim Betreten weich/schwammig ist.
Läuft ein Golfer bei solchen Bedingungen über den Boden, zerstört er die Bodenstruktur und damit die Grob/Mittel-Poren. Übrig bleiben Fein-Poren, die keine Luft oder pflanzenverfügbares Wasser aufnehmen können. Die Graspflanze wird schnell gelb und langfristig fällt sie an diesen verdichteten Stellen aus.
Wenn der Platz wieder offen ist, beachten Sie bitte auf der Bahn 1 im Bereich Wintergrün zum Abschlag 2 hin den Rasen, da sind erste Zeichen (Trampelpfad) einer solchen Verdichtung ersichtlich. Das Endstadium zeigt sich am Durchgang der Bahn 4 vom Damenabschlag zum Grün hin (Rosenbeet). Solche Stellen regenerieren nicht mehr von selbst, zumal wir am Anfang der Saison stehen und nicht vor einer Ruhephase. Das Greenkeeping muss diese Stellen aktiv bearbeiten, womit solche Verdichtungen einen wirtschaftlichen Aspekt bekommen. Wie viele Ausfallstellen können wir im Frühjahr in einer angemessenen Zeit wieder regenerieren, damit der Platz und die Saison optisch und spielerisch schön werden?
Aktuell wäre der Schaden zu hoch, daher ist der Platz gesperrt.
 
Auch ein Tag mit 10 C° ohne Regen reicht nicht aus, um den Boden abzutrocknen, denn im Gegensatz zum Sommer fehlen die Verdunstung und das Wachstum der Pflanzen. Seit zwei Tagen befinden sich die Temperaturen im Boden (0-10cm) im Bereich von 6 – 8 C°, die Graspflanze fängt wieder langsam an zu wachsen und kann sich regenerieren. Ohne diese Aktivität müssten wir abwarten, bis das Wasser abfließt. Das dauert bei unseren Lehmböden länger, denn Lehmböden bestehen zum größten Teil aus Mittel- und Feinporen.
 
Ein Vergleich mit anderen Golfplätzen – das meist verwendete Argument bei Platzsperre – ist nicht möglich, da jeder Golfplatz seine eigenen Platzgegebenheiten hat:
Der Gernsheimer Platz beispielsweise ist geöffnet. Im Gegensatz zu unserem Platz befindet er sich auf Sandböden und liegt im Ried mit durchschnittlich ein bis zwei Grad wärmeren Temperaturen. Dort braucht es im Sommer dann mehr Wasser und Dünger, da Sandböden fast nur aus Grob-Poren bestehen.
Der GC Neuhof, der ähnliche Platzbedingungen hat wie unserer, bleibt z.Z. geschlossen. Jede Bodenart hat ihre Vor- und Nachteile und jeder Golfclub muss aufgrund seiner Gegebenheiten eigene Entscheidungen treffen.
 
Aktuell befinden sich auf jeder Bahn Nass-Stellen, die sich bei einem Bespielen des Platzes nachhaltig negativ auf die kommende Saison auswirken können/werden. Sollten sich bald mehrheitlich Bahnen bedenkenlos bespielen lassen, werden wir die Teil-Öffnungen des Platzes vornehmen. Die Platzampel wird täglich um 8:30 Uhr aktualisiert.
 
Ich hoffe, dass meine Erklärungen die Platzsperrung verständlicher und akzeptabler machen und hoffe, so wie Sie auch, dass sich die Witterung bald ändert und wir den Golfplatz wieder öffnen können.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, bleiben Sie gesund!
 
Sascha Baumann
Head-Greenkeeper
Betriebsdirektor

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