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Unser Pro: Stefan Jordan

Stefan Jordan

Liebe Mitglieder des GC Darmstadt,

ich möchte mich gerne bei Ihnen, als neuer Golflehrer in Traisa, vorstellen.

Damit Sie mehr über mich erfahren und wissen, habe ich einen kurzen Lebenslauf vorbereitet und einige Zeilen zu meiner Golfgeschichte geschrieben. Anbei erhalten Sie auch Infos zur Trainerstundenbuchung.

Kurzer Lebenslauf

Geburtsdatum: 26.07.1966
Geburtsort: Kapstadt, Südafrika
Familienstand: ledig, Sohn Tim (* 03.12.2003)
Staatsangehörigkeit: deutsch und south african citizenship
Muttersprachen: deutsch, englisch und afrikaans

PGA Golfprofessional der PGA of Germany seit 1989.
DGV-Sekretär seit 2003

Werdegang Golfanlagen : GC Schloß Weitenburg, GC Schloß Monrepos, GC Hofgut Trages, GC Golfpark Biblis Wattenheim und GC Gernsheim Hof Gräbenbruch.

Meine Golfgeschichte

Meine ersten Golferlebnisse hatte ich mit 6 Jahren in Johannesburg. Ich erinnere mich noch daran, das wir ein ziemlich großes Loch im Garten neben der Einfahrt hatten. Statt den Ball ins 20 Meter entfernte Loch zu befördern, schlug mein Vater einen Ball meilenweit über Nachbars Garten hinweg. Ich weis nicht ob ich beeindruckt oder geschockt war, jedenfalls war der Hieb, nach meiner Einschätzung, viel zu kraftvoll. Mit Respekt vor der Kraft eines Golfballes, übte ich oft, mit dosierten Schlägen, den Ball direkt einzulochen. Mein Können wollte ich natürlich auch meiner ersten Freundin, Megan, unter Beweis stellen. Leider stand sie etwas ungünstig hinter mir und bekam den Schläger direkt an den Kopf. Welch ein Drama. Zum Glück war es nur eine dicke Beule und ein Paar Tränen. Seitdem nehme ich die Sicherheit beim Golf sehr, sehr, ernst.

Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland, ging es per Schiff  nach Durban, Südafrika. Dort besuchte ich die Deutsche Schule. Dieses war eine aufregende Zeit. Neben Englisch musste ich auch Afrikaans lernen und neue Freundschaften schließen. Da wir einen riesigen Pool im Garten hatten, lernte ich Schwimmen wie ein Fisch und wurde beim Schwimmfest Sieger in allen Disziplinen. Ich lernte auch mit einem Luftgewehr umzugehen. Leider mussten einige Tauben und Frösche dran glauben – sorry!  In Durban war ich dann auch das erste Mal mit deutschen Freunden auf einer Golfanlage unterwegs. Von Regeln und Etikette natürlich keine Ahnung . Wahrscheinlich führten uns damals die Caddies sicher von A nach B.

Springs, ein Ort östlich von Johannesburg, sollte mein Interesse an Golf deutlich verstärken. Im nachhinein waren es die unglaublichen Fernsehbilder aus Augusta Georgia, das tolle Layout, die Magnolien und das satte Grün, die sich in meinem Kopf festsetzten. 1974 gewann Gary Player die Masters zum 2. Mal nach 1961. Dann tauchte ein junger Spanier auf der Golfszene auf. Es war Severiano Ballesteros. Er sollte für viele Jahre mein großes Vorbild sein.
Doch das Golfspiel musste noch warten. Neben diversen Pflichtsportarten, war Tennis mein Lieblingssport in der Schule. Wir hatten 2 Plätze in der Primary School und 4 Plätze in der High School. Ich übte fast jeden Tag Ballwechsel und Aufschläge gegen eine Wand. Ich fand schnell meinen Platz in der 1. Schulmannschaft und konnte einige Siege in der Region feiern. Begeistert haben mich  immer die Duelle zwischen Bjorn Borg und John McEnroe. Mir entging kein einziges Wimbledon-Finale.

Zurück in Deutschland, war ich über das mangelnde Sportangebot in den Schulen schockiert. Die ersten Tennishallen wurden errichtet, nur  konnte ich leider keine  geeigneten Spielpartner finden. Zu dieser Zeit steckten Boris Becker und Steffi Graf noch in den Tenniswindeln. Da wir direkt am Rhein wohnten, umgeben von einer großzügigen Natur, verbrachte ich viel Zeit mit einer neuen Leidenschaft – dem Angeln.

Nach 2 Jahren Deutschland, ging es wieder nach Johannesburg zurück. Aus Tennis wurde Golf. Da ich keine Schläger hatte, versuchte ich mir diese selber zu bauen. Mit gekürztem Besenstiel und angenageltem Holzkeil, schlug ich aus Alufolie geformte Bälle durch den Garten. Mit richtigen Bällen gingen meine Konstruktionen leider zu Bruch. Danach verwendete ich verschraubtes Hartholz als Schlagfläche. Mein Vater hatte dann das Einsehen und sponsorte meinen ersten, gebrauchten Schlägersatz. Es war ein Damensatz, Marke Jim Demaret. Im Nigel Country Club absolvierte ich meine ersten Golfrunden. An Pars und Birdies kann ich mich nicht mehr erinnern, jedoch an die erste 44 auf 9 Loch. Mein holländischer Golffreund Toni monierte, das ich immer mit Besserlegen gespielt hätte. Ich schlug vor nochmals 9 Löcher zu spielen. Das Ergebnis war eine weitere 44 und ich lernte daraus die Grundregel im Golf, den Ball immer so zu spielen wie er liegt.

Mein Training im heimischen Garten wurde immer intensiver. Ich spielte Bälle in den Pool, dann darüber. Ich suchte mir Ziele aus und entwickelte meine eigene Golflandschaft. Aus dem Gemüsebeet wurde ein Grün aus Erde. Stoffreste aus T-Shirts nutzte ich um Fahnenstangen zu gestalten. Zum Rasenmähen musste ich selten von meinen Eltern ermahnt werden. Rasenschnitthöhe war immer auf Fairway-Niveau. Meine Schläge wurden präziser und ich benötigte mehr Platz. Anfangs pitchte ich noch über die Hausecke. Dann gab es kein Halten mehr. Volle Schwünge, blind über das ganze Haus und tot an die Fahne. Ich fühlte mich wie Seve.

Seve, nannten mich immer die Schwarzen, die mich während der Zeit der Apartheid häufig einluden, um Plätze rund um Johannesburg, zu spielen. Damals konnten Schwarze nicht Mitglied in einem Club werden. Sie durften nur Montags spielen. Basta Masango, ein Spieler der südafrikanischen Tour und dessen Freund Sydney, waren meine ständigen Begleiter.

Ich wurde nie auf der Runde belehrt, lernte jedoch wie man ein Eisen 7 noch höher schlagen kann, und das, durch unterschiedlichem Ausrichten des Körpers, Fade- und Drawschläge möglich waren. Meine hohen Annäherungsschläge, aus jeder Lage, wurden immer belächelt – ich verstand und lernte erst später den Ball auch flach an die Fahne zu chippen.

Mit meinem besten Schulfreund, Peter, spielte ich  2 x die Woche im Springs Country Club. Freitags eine Proberunde, Samstags immer Turnier. Ich erinnere mich daran, das wir häufig  nach 9 Loch frustriert die Anlage verließen, um im Clubhaus bei einer großen Cola, Snooker oder Darts zu spielen. Snooker war auch nicht einfacher als Golf, wenigstens konnte man dabei keine Bälle verlieren. Um Turniere spielen zu dürfen mussten Herren Hcp. 24 nachweisen, Damen 36.  Aus sportlicher Sicht, sind Südafrikaner extrem Ehrgeizig. Zur Handicapverbesserung  mussten alle Privatrunden angegeben und eingetragen werden. Anhand einer Formel errechnete der Club dann, monatlich, die aktuelle Vorgabe. Somit gab es nur selten Handicapschoner.

Leider hatte ich nie richtigen Golfunterricht und Jugendtraining gab es damals auch nicht. Dennoch wurde ich Jugendclubmeister in der B-Devision und erreichte anschließend ein Hcp. von 6. Ich las viele Golfbücher, meistens die von Jack Nicklaus und studierte  jede „Golf Digest“ die mir in die Hände viel.

Nach 6 Jahren Südafrika wollte ich wieder nach Deutschland. Ich brach mein Geologie-Studium in Johannesburg ab um in Deutschland Landespflege zu studieren und mich dem Golfplatzbau zu widmen. Während meiner Praktikantenzeit in einer Garten- und Baumschule in Göppingen, informierte ich mich bei Heinz Fehring über die Möglichkeiten im Golfplatzbau. Er war der erste Trainer von Bernhard Langer und wurde später Präsident der PGA of Germany (ehemalig deutscher Golflehrerverband). Sein erstes Projekt war der GC Schloß Weitenburg. Er riet mir zum Golflehrerberuf , da es in Deutschland einen Mangel an deutschen Golflehrern gab. So entschied ich mich Golflehrer zu werden und mein Hobby zum Beruf zu machen.

Rückblickend kann ich behaupten, viel erlebt zu haben. Ich habe viel durch die Golflehrerausbildung, Golflehrerkollegen, nationale und internationale Coaching Seminare und Weiterbildungsmaßnahmen der PGA in den vergangenen Jahren gelernt. Und wie es so ist im Leben, hört man nie auf dazu zu lernen. Ich bin auch stolz auf meine afrikanische Vergangenheit und insbesondere darauf, beim großen Referendum in Südafrika, mein Kreuz an der richtigen Stelle gemacht zu haben. Nelson Mandela und auch der Archbishop Desmond Tutu  sind für mich die größten Friedensstifter aller Zeiten, und ich freue mich noch immer, das ich durch meine Stimme, einen Teil zur Befriedung Südafrikas habe beitragen können.

Ich freue mich sehr Sie in Traisa kennen zu lernen, Ihnen beim Golfspiel weiterzuhelfen und auch etwas über Ihre Golfgeschichte zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Jordan

Angebotene Kurse mit Preisliste finden Sie unter Kurse und Training.